Jon Lord, ehemals Deep Purple und Anni-Frid Synni Lyngstad, besser bekannt als Frida von ABBA treten gemeinsam am 5. Oktober in Köln (Vulkanhalle, Lichtstraße) auf.
[aus dem HolzBlog]
Ernsthaft?
1) hab ich Deep Purple nicht vermißt gestern abend. Und
2) ist mir hundsegal, als wer die Frau Lyngstad "besser" bekannt ist. Die Stimme spricht für sich. Und die ist sowas von aber Hallo. Schmacht …
Jon Lord ist offenbar wirklich als Komponist und Musiker (hat man nicht so oft, beides in einer Person, finde ich) gut genug, um eine ganz andere Art von Musik zu machen. Gut, bei manchem werden es erstmal sein Name und seine musikalische Vergangenheit sein, die anziehen. Aber in einem solchen Konzert wie gestern abend wird man zum Fan seiner Musik, nicht mehr nur dessen, was er früher mal gemacht hat.
Ich hatte mir Tage vorher die CD zugelegt und war skeptisch geworden. Ist das nicht vielleicht zu klassisch für meinen Geschmack? Die ersten Stücke begannen fast durchweg mit Streichern, sehr getragen. Hab dann nach ein paar Sekunden weitergeklickt, und das war ein Fehler.
Der überaus sympathische grauhaarige ältere Herr (Jon Lord, nicht ich) hatte da nämlich einiges mehr in den Stücken verpackt. Und das auf eine äußerst gelungene Art, wie ich (und die anderen ca. 700 Leute) gestern abend in der Kölner Vulkanhalle erstaunt feststellen durfte.
Eine starke Mischung aus seinen früheren Solo-Alben Sarabande und Pictured Within zusammen mit der neuen CD räumten mit dem wohl noch recht weit verbreiteten Vorurteil auf, daß man Klassik, Folk, Rock, Jazz und andere Stile besser in ihren Schubladen lassen sollte. Weil ein Mix dieser Dinge nicht funktioniert.
Lord hat wieder gezeigt, daß es geht.
Voraussetzung dafür ist allerdings das eigene Können (hatter!) und die Mitwirkung weiterer fantastischer Musiker. Und die waren auch dabei. U.a. Sam Brown (ja, genau die), deren Stimme immer noch ein Prickeln auf der Haut hinterläßt, das Gemini-Orchester (rekrutiert aus den Trondheim Soloists und anderen Klasse-Musikern) und last but bestimmt nicht least eben Frida. In Ehren erblondet, kriegt sie ihre Stimme irgendwie so hin, daß man sie nicht nur in jenem einzigen Stück "The Sun Will Shine Again", sondern öfter hören mag. Noch öfter … hmmm.
Doch, ja. Starkes Stück, das.
Mehr: Eßlinger Zeitung, Kölner EXPRESS, www.koeln.de, Yahoo! Nachrichten.